WordPress oder Joomla?

Joomla gegen Wordpress

Seit der Version 1.0 bin ich bei Joomla als CMS System dabei. Nach dem Umstieg von Mambo auf Joomla bin ich nun schon sehr lange mit dem System verbunden. Die langjährige Treue wird allerdings aktuell durch WORDPRESS extrem auf die Probe gestellt. Was meine Erwartungen an ein aktuelles CMS sind, was meine Erfahrungen mit Joomla und WordPress sind und wie ich in Zukunft und vor allem mit welchem System ich in Zukunft arbeiten werde – all das werde ich in diesem Beitrag versuchen zu klären.

Inhalt

  1. Meine Erfahrung oder was bisher geschah
  2. Ausflüge zu anderen CMS Systemen
  3. Joomla gründlich
  4. WordPress gründlich
  5. Joomla vs WordPress
  6. Fazit

 

Meine Erfahrung oder was bisher geschah

Wie ich in der Einleitung bereits geschrieben habe, betreibe ich eines meiner größten Projekte seit September 2005 mit der CMS Open Source Software Joomla. Gleich zu beginn machte das System einen sehr umfangreichen, aber beherrschbaren Eindruck, viele Dinge waren vom CMS System Mambo übernommen. Die Bezeichnung Joomla leitet sich vom Begriff „Jumla“ aus der Suaheli-Sprache ab und bedeutet „das Ganze“ oder „als ganzes“. Grundlegend ist Joomla ein Redaktionssystem, was es Autoren ermöglicht, Texte und Bilder ins Internet zu stellen und sie dort auch zu bearbeiten.  Als technische Basis werden die Informationen in einer MySQL-Datenbank gespeichert und im Browser über PHP-Funktionen zur Verfügung gestellt. Dabei bietet Joomla „Out of the Box“ bereits einige nützliche Funktionen, die das starten einer neuen Webseite erhebliche erleichtern. Und so war die Frage der Nutzung von Joomla als das CMS System ziemlich schnell geklärt. Wichtiger weiterer Faktor für eine Entscheidung pro Joomla waren die Erweiterungen zu diesem System. Immer mehr Programmierer setzten auf Joomla, Templates wurde entwickelt und so gab es ziemlich schnell eine breite Community, mit der man Erfahrungen teilen, aber auch zu Probleme schnell Hilfe bekam.

Nach zahlreichen Updates, Erweiterungen, Template Änderungen oder gar ganzen Relaunches, für meine eigenen und für zahlreiche Kunden Projekte, kann man wohl mit Recht behaupten, dass ich das System bis zum letzten Byte kenne. Eigene Anpassungen, Erweiterungen und CSS Designs setzte ich sehr schnell um. Fehler kann ich sehr schnell lokalisieren & beheben und falls es doch einmal schwierig wird, dann helfen die zahlreichen Entwickler der Erweiterungen sehr schnell weiter.

Mit der Zeit strömten immer mehr kommerzielle Erweiterungen auf den Markt, einerseits kam dadurch noch mehr Schwung in die Entwicklung, andererseits muss man auch sagen, dass wirklich vernünftige Komponenten eigentlich nur noch gegen Geld zu bekommen waren. Im besten Fall durch einmal Zahlung, meistens aber als Abo Modelle. Ich habe mal grob überschlagen – für meine Projekte habe ich schätzungsweise 5.000 Euro bisher ausgegeben. Wahnsinn – bedenkt man aber mal die Einsatzzeit von nun mehr als 13 Jahren wirkt das auch nicht mehr ganz so krass. Gemessen an den Einnahmen ist das auf jeden Fall vertretbar.

Folgende Dienstleister kann ich in Verbindung mit Joomla empfehlen: gavick (Verbund mit Joomlart), Stackideas & RSJoomla. In den zahlreichen Jahren waren es noch viele mehr. Aber mit diesen arbeite ich nun schon sehr lange und erfolgreich zusammen.

 

Ausflüge zu anderen CMS Systemen

In den letzte 15 Jahren habe ich einiges an CMS Systemen gesehen: Red Dot, Typo 3, Serendipity

 

Joomla gründlich

Aus meiner Sicht ist Joomla in die Jahre gekommen. Man konnte mit den Entwicklungen am Markt nicht mithalten und beschränkte sich zu häufig auf Security Fixes (die ja keine Frage wichtig sind) und überließen zu viel Kern Themen dem Markt. So hat Joomla seit Jahren ein massives Problem mit dem Content Editor bzw. der Medien Gallery. Es gibt zwar zahlreiche Erweiterungen, die den TinyMCE ersetzen oder aufbohren. Keine ist allerdings im System so verankert, als dass man sauber und vor allem effektiv mit dem System arbeiten kann. Joomla hat es auch bei anderen Themen verpasst „outofthebox“ Lösungen zu erzeugen – so tut sich Joomla auch 2 Monate nach den offiziellen Start der DSGVO schwer, Funktionen anzubieten. Ein weiteres Thema ist eindeutig die Geschwindigkeit. Joomla an sich ist schnell und schlank, durch die zahlreichen Komponenten wird das ganze System aber wirklich langsam. Nun ja – hier gilt natürlich wie immer: Das Framework ist nur so stark wie die Programmierer es nutzen. Und ganz ohne Testen kommt man nun mal bei keinem System um die Ecke. Was mir schon lange bei Joomla fehlt, ist die Möglichkeit Dinge in einer Sandbox zu testen. Klar kann man das auch über ein weiteres Testsystem tun – aber um Dinge in die produktive Welt zu lassen, würde ich mich schon etwas mehr „Fallschirm“ wünschen.

Bei Joomla steht der nächste Major Release ins Haus. Mit der Alpha Version habe ich mich bereits Anfang 2018 auseinander gesetzt. Unter der Haube wird sich einiges tun. Allerdings wird das auch leider wieder zum Kernproblem vieler Joomla Webadmins werden. Denn damit steht auch die Migration von zahlreichen Komponenten ins Haus und damit verbunden natürlich auch wieder einiges an Kosten.

 

WordPress gründlich

Ich glaube zum ersten mal mit WordPress bin ich vor circa 10 Jahren in Kontakt gekommen, als ich für meinen privaten Blog (damals noch nettestrings.de) ein neues Blog System gesucht hatte. Damals hab ich meinen Blog mit dem CMS System Serendipity betrieben. Da dieses System aber extrem in die Tage gekommen war und ich durch die Marktbeobachtung auf WordPress aufmerksam wurde, habe ich hier ziemlich schnell ein erstes Testsystem auf meinem Server installiert. WordPress sah auch damals schon ziemlich genau so aus, wie es heute aussieht. Wenn man bedenkt wie sich die Webseiten im Frontend in der Zeit entwickelt haben, ist das schon sehr beeindruckend. Zunächst kann man feststellen, dass die Installation von WordPress sich wirklich sehr benutzerfreundlich dargestellt hat. Dies ist auch heute noch so. Das Backend ist sehr aufgeräumt und man findet auf der linken Seite die Navigation. Die Templates konnte man damals auch bereits online im System downloaden und konfigurieren. Das alles hat damals dazu geführt, dass ich meinen privaten Blog nach einiger Zeit auf WordPress umgestellt habe.

So richtig viel habe ich aber in meinem privaten Blog nicht geschrieben. Mir fehlte die Zeit, die Inspiration und irgendwie auch das Ziel, um mich mehr mit meinem privaten Blog und damit mit WordPress zu beschäftigen. Also entwickelte sich WordPress nebenher immer weiter, ich möchte aber gar nicht weiter in die Vergangenheit reisen, sondern eher in die Gegenwart.

Da ich mir vorgenommen habe, mehr aus meinem Leben festzuhalten, habe ich meinen alten Blog „dicht gemacht“. Mit dieser Domain (kaischoening.de) wurde das Ganze dann auch, natürlich wieder auf WordPress Basis umgesetzt.

Was mir bei WordPress immer schon sehr gut gefallen hat, war der aufgeräumte WYSIWYG Editor bei dem man ablenkungsfrei und vor allem auch sehr sauber von unterwegs Artikel schreiben und bearbeiten kann. Richtig gut umgesetzt ist bei WordPress auch die Plug-In Installation. Was bei Joomla erst sehr spät kam, gibts bei WordPress schon sehr lange. Eine Online Bibliothek zur Installation von Erweiterungen. Mit der Integration in WordPress und dem Jetpack Plug-In werden die Standard-Funktionen sehr umfangreich erweitert. Man merkt allerdings bei WordPress auch an allen Ecken und Enden, dass immer mehr kommerzielle Plug-Ins, Templates oder Dienstleistungen angeboten werden. Aber wem kann man das verdenken. Die Templates kann man durch viele Einstellungsmöglichkeiten recht simpel an seine eigenen Anforderungen anpassen. Was immer sehr wichtig ist: Man kann seine Änderungen am Template im Backend editieren – und zwar so, dass die Änderungen beim einem Template Update bestehen bleiben. Auch hier ist WordPress weiter als Joomla. Etwas gewöhnungsbedürftig (aber durch entsprechende Plug-Ins am Ende doch sehr leicht anpassbar) ist die Sprach-Lokalisierung. In po, .mo und .pot Dateien werden die unterschiedlichen Sprachen gespeichert, zum anpassen braucht man einen extra Editor. Das System zeigt aber ziemlich schnell seine Stärken, wenn es darum geht umfangreiche Templates oder Plug-Ins zu übersetzen. Poedit gibt es als kostenlosen und Pro (kostenpflichtig) Variante – es gibt dazu allerdings auch das tolles Plug-In Loco-Translate, dass eine Online Übersetzung ermöglicht – sehr praktisch. Weitere Plug-In Tipps werde ich später in einem weiteren Beitrag veröffentlichen.

Weiter funktioniert unter der Haube das SEO schon ziemlich gut. Was meiner Meinung nach auch sehr gut gelöst ist, ist die Update Funktion von WordPress und seinen Plugins.

 

Joomla vs WordPress

Vergleicht man beide Systeme miteinander, so stellt man sehr schnell fest, dass die Systeme unterschiedlicher kaum sein könnten. Das fängt beim Backend Menü an und hört beim Wiedererkennungseffekt lange nicht auf. Aber haben beide ihre Daseinsberechtigung? Ich finde ja. WordPress ist schnell, schlank, innovativ – Joomla hingegen spielt seine Stärke eher bei der Nutzungsfreundlichkeit und Aufgeräumtheit aus.

 

Fazit

Für mich spielt WordPress aktuell die Rolle des CMS Spitzenreiters. Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung an das System. Man wird von der ersten Minute in WordPress an die Hand genommen und fühlt sich sehr schnell zurecht. Für mich ist der Editor und die Geschwindigkeit ausschlaggebend. Denn nichts ist wichtiger für eine Webseite als guter Content und eine schnelle Auslieferung. Fakt ist, dass ich weiterhin Joomla Kunden Projekte betreuen werden, meine Webseiten aber tatsächlich nach und nach auf WordPress umstellen werde. 

Der Autor steht in keinem wirtschaftlichem Verhältnis zu WordPress oder Joomla, der Artikel wurde nicht bezahlt oder beauftragt, er spiegelt nur die Erfahrungen des Autoren wieder. Der Name und das Logo von Joomla! ® werden im Rahmen einer eingeschränkten Lizenz verwendet, die von Open Source Matters, Inc., dem Markeninhaber in den USA und anderen Ländern erteilt wurde.