Ich fahre jetzt E-Bike

Moin zusammen. Ich fahre nun seit 3 Jahren regelmäßig im Sommer – natürlich nur bei entsprechendem guten Wetter, mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Das sind circa 10 km pro Strecke und ich brauche (so untrainiert ich bin und so schlecht die Radwege in Bremen sind) knapp eine halbe Stunde von Zuhause zum Hauptbahnhof.

Immer wenn es so richtig warm wurde, kam man am Bahnhof auch schon mal um 7 Uhr morgens total durchgeschwitzt an. Die E-Bike Szene hatte ich trotzdem nicht wirklich im Blick und so richtig beschäftigt habe ich mich erst mit dem Thema als ich mit meinem Kollegen Frank zusammen nach Hause fuhr. Er hatte sich bereits im letzten Jahr ein Fahrrad mit elektronischer Unterstützung zugelegt. Die Preise ließen mich aber zunächst ziemlich schnell den Gedanken an ein E-Bike verwerfen. So ganz los gelassen hat mich das Thema aber trotzdem nicht. Also fing ich im Internet an etwas zu recherchieren. Zunächst finde ich spannend, dass alle E-Bike sagen, eigentlich aber eher ein Pedelec meinen. Und auch ich verwende lieber die Bezeichnung E-Bike – einfach weil es cooler klingt.

  • E-Bikes fahren quasi per Knopfdruck auch ohne Pedalunterstützung. Da dieses System ab sechs Kilometer pro Stunde zulassungspflichtig ist, werden echte „E-Bikes“ selten angeboten.
  • Pedelecs bieten nur dann Motorunterstützung, wenn der Fahrer auch in die Pedale tritt. Dabei gibt es Pedelecs bei denen die Unterstützung bis 25km/h erfolgt – diese gelten als Fahrrad und sind nicht zulassungspflichtig. S-Pedelecs fahren bis zu 45km/h und sind zulassungspflichtig.

Schnell ist natürlich immer super, aber extra ein Bike zulassen? Die Vorauswahl ist also ziemlich schnell getroffen. Nach einigen Stunden stöbern im Internet und dem guten Tipp von Frank, habe ich überlegt, lieber zunächst mal eine Probefahrt zu machen, um zu schauen, ob so etwas für mich überhaupt in Frage kommen würde.

Unsere Freunde Anke und Thorsten haben sich auch bereits im letzten Jahr ein Pedelec gekauft und schwärmen ebenfalls von ihren Rädern. Also habe ich mich auf den Weg gemacht zu Stadler, um ein Fahrrad mit Elektro Motor probe zu fahren.

Erstaunlicherweise war an dem Samstag bei schönstem Wetter gar nicht mal so viel los bei Stadler, so dass ich ziemlich schnell auf einen kompetenten Berater getroffen bin. Meine Beschreibung was ich so suche wurde nach 2-3 Anläufen ziemlich gut umgesetzt und mir 3 Räder zur Auswahl angeboten. Eines mit einem sehr kräftigen Motor für fast 3500 Euro, ein etwas schwächeres, dafür aber von einer Handmanufaktur aus Holland (fast 1000 Euro im Preis gesenkt) und ein, sagen wir wie es war, Rentner Fahrrad.

Das schöne bei Stadler, man kann in einer sehr großen Halle die Fahrräder zur Probe fahren. Gesagt getan habe ich mich also aufs erste Rad gesetzt und ich muss sagen, mit rund 90nm geht das Biest echt ziemlich ab wie Schmitz Katze. Beim zweiten Rad habe ich mich schon deutlich sicherer gefühlt und es machte einen viel wertigeren Gesamteindruck. Zusätzlich überzeugte das zweite Rad durch eine Nabenschaltung und durch hydraulischen Felgenbremsen, die irgendwie griffiger waren als die vom ersten Rad.

Ich bin dann noch circa 5 andere Räder gefahren, allerdings war keines davon so wertig vom Eindruck und von der Verarbeitung, keines davon machte einen stabielen Eindruck und keines davon war im Preis um fast 1000 Euro reduziert. Und meine Schmerzgrenze lag auf jeden Fall bei 2500 Euro. Das zweite Rad lag mit 2290 Euro schon durch die Reduzierung unter dem Budget. Die Reduzierung erklärte sich dann dadurch, dass dieses Model ein Model aus dem Jahr 2017 war und Stadler für ihre Filialen einen größeren Bestand eingekauft hatten. Klang plausibel. Nach 3-4 weiteren Testrunden auf dem Bike von Koga stand die Entscheidung fest. Ich kaufe ein E-Bike (jaja Pedelec) und ich kaufe dieses von Koga.

Das Rad

Koga E-Xite N8 Bosch Active Line 500 Wh Shimano Nexus 8 Gang. Aus der Produktbeschreibung:

Sehr sportliches E-Bike mit Bosch Active Line Bosch Li-Ion 500Wh (36V*13.4Ah) für eine hohe Reichweite und zuverlässige Tretunterstützung. Einzigartiges Design, bei dem Mittelmotor, Gepäckträger, Kabel und Steuersatz formschön im Rahmen integriert sind. Vollständig hangefertigter besonders glatt geschweißter Rahmen. Die Rohre sind aus doppelt gehärtetem und doppelt endverstärktem Aluminium 6061 gefertigt. Ausgestattet mit integriertem Bosch-Motor, integrierten Kabeln und Steuersatz.

Der Akku ist in ca. 3,5 Stunden voll geladen, die Reichweite hängt natürlich von der Fahrsituation, von der Unterstützungsleistung, vom Gewicht und vielen kleineren Einflussfaktoren ab. Ich habe jetzt mit einer Ladung bei permanenter Turbo Unterstützung ca. 50km gefahren. Ich schätze weitere 20km kann ich mit dieser Akkuladung noch fahren. Das wären dann knapp 7 Tage Bahnhof und zurück.

Nach nur zwei Wochen hatte ich dann allerdings leider einen Fahrrad Unfall. Dazu habe ich in meinem nächsten Blog Eintrag mehr geschrieben.

UPDATE

Danke Mareike für den Hinweis. Irgendwie fehlte noch ein erstes Fazit:

Fazit

Also kurz gesagt: Ich bin sehr zufrieden. Die Beschleunigung ist richtig gut und das Fahrverhalten ist sehr ruhig. Den Motor hört man wirklich nur wenn es sehr leise ist. Der Akku hält ausreichend lang und wer glaubt mit so einem Pedelec muss man ja eh kaum noch was tun: Das ist Quatsch, da man weiter in die Pedale tritt, ist man eigentlich einfach nur schneller oder entspannter am Ziel!

 

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